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Herzogenrath

Herzogenrath - Informationen - Unternehmen    

Einwohner: 46.853 Fläche: 33,40 km² Postleitzahl: 52134 Kennzeichen: AC

Die Stadt Herzogenrath (Niederländisch ’s-Hertogenrade) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen. Sie entstand 1972 aus der Zusammenlegung der Städte Herzogenrath, Kohlscheid und Merkstein und bildet mit dem niederländischen Kerkrade die symbolische Doppelstadt Eurode. Jahrhundertelang prägte Bergbau die Stadt.

Die Stadt Herzogenrath liegt noch im Übergangsbereich zwischen Eifel/Rheinischem Schiefergebirge und niederrheinischer Tiefebene. Nachbargemeinden sind, im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Übach-Palenberg, Alsdorf, Würselen, Aachen, Kerkrade (NL) und Landgraaf (NL). Herzogenrath gehört zum Nordkreis Aachen. Die Stadt hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 14 km, in der West-Ost-Achse sind es nur zwischen 1,5 und 4 km. Auf einer Länge von knapp 9 km ist die westliche Stadtgrenze gleichzeitig Landesgrenze zu den Niederlanden, im wesentlichen zur Stadt Kerkrade.

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Die Wurm, wichtigster Nebenfluss der Rur, fließt zunächst östlich an den Herzogenrather Stadtteilen Kohlscheid und Straß vorbei, um dann den Ortskern der Stadt Herzogenrath in einen südlichen Teil rund um die Burg und einen nördlichen Teil (Afden) mit dem Bahnhof, Industriegebiet und Rathaus zu trennen.

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Der aus Westlicher Richtung von Alsdorf her fließende Broichbach (auch: Broicher Bach) mündet genau im Herzen Herzogenraths in die Wurm und trennt Afden und den Westen Herzogenraths (mit Niederbardenberg, Ruif und Wefelen) vom übrigen Stadtgebiet. Ein Stausee etwa 500 Meter oberhalb der Mündung im Naherholungsgebiet Broichbachtal gelegen, reguliert den Wasserzufluss vom Broichbach in die Wurm. Hier liegt auch die historische Erkensmühle.

 

Die Wurm passiert nördlich der Altstadt das Gelände der St.Gobain Glasfabrik an deren Ende sie auf niederländisches Staatsgebiet trifft, um bis Übach-Palenberg bzw. Rimburg (NL) Grenzfluss zwischen den Niederlanden und der Bundesrepublik zu bleiben.

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Am Boscheler Berg zwischen dem Ortsteil Merkstein und Boscheln, nahe dem Gut Neumerberen, entspring der Übach, der von dort nördlich des Ortsteils Plitschard und des westlich des Ortsteils Herbach weiter nach Übach fließt.

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Ein weiteres Fließgewässer tangiert herzogenrather Stadtgebiet, nämlich der im Nordwesten Aachens entspringende Amstelbach. Dieser verläuft von Aachen-Richterich kommend in nördlicher Richtung und passiert dabei die jeweils westlich liegenden Ortsteile Kircheich, Mühlenbach und Pannesheide, während der Ortsteil Bank direkt durchschnitten wird. Bei Pannesheide wird der Amstelbach kurzzeitig zum Grenzfluß zwischen Deutschland und den Niederlanden um anschließend als Anselderbeek das Anstelvallei (Amsteltal), Kerkrades grünes Herz, zu durchqueren. Gegenüber dem Ortsteil Hofstadt (Finkenrath) mündet der Bach, gemeinsam mit dem Strijthagerbeek in die Wurm.

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Die Stadt Herzogenrath liegt im Übergangsbereich zweier Landschaften mit grundlegend unterschiedlicher geologischer Entstehung. Von Süden (Eifel, Ardennen) fällt das während der variszischen Gebirgsbildung aufgefaltete und später wieder eingerumpfte Rheinische Schiefergebierge in nördlicher Richtung in zunehmende Tiefe ab. Darüber haben sich nach Norden mächtiger werdende Sedimente aus jüngeren Erdzeitaltern schichtweise abgelagert.

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In beiden Bereichen ist der Untergrund durch teils noch aktive Verwerfungen in Bruchschollen untergliedert. Auf einer dieser Bruchlinien, dem Feldbiss, liegt Herzogenrath. [2] Die älteren, nach Norden zunehmend in größere Tiefen vordringenden Schichten des Schiefergebirgsrumpfes gliedern sich von oben (jung) nach unten (alt) in Kreide, Karbon, Devon und ältere. Darüber lagernde Sedimente stammen großteils aus dem Zeitalter des Tertiär.

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Die jüngsten Lagen (z.B. örtlich auftretende Lößlehmdecken) stammen aber aus dem Quartär, sind also geologisch noch brandneu. Für den ehemals in und um Herzogenrath betriebenen Steinkohlebergbau bedeutete dieser geologische Aufbau des Untergrundes den Vorteil von knapp unter der Erde liegenden Kohleflözen südlich des Feldbiss (Kohlscheid, Straß, Pannesheide), aber ebenso die Notwendigkeit zum Tiefbau mit erheblichem Entwässerungsaufwand infolge wasserreicher Deckgebirgsschichten nördlich davon (Merkstein).

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Der Jahresniederschlag beträgt 760mm. Der Niederschlag liegt im mittleren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. 54% zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Oktober; am meisten regnet es im Mai. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,4mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 1% aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

 

Alteingesessene Industriebranchen sind die Glasherstellung wegen der Nähe zu Sandlagerstätten mit hochreinem (bis zu 98,8 % SiO2) Quarzsand im Ortsteil Worm (VEGLA Vereinigte Glaswerke, heute Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH), Glasfaserproduktion (Gevetex, Vetrotex) und seit 1851 die Herstellung von Nähmaschinennadeln durch die Firma Schmetz. Ursprünglich eine Bergbauregion (Steinkohle, Wurmrevier), versucht die Stadt seit einiger Zeit den Wandel hin zu modernen Technologien.

 

Einen regionalen Bekanntheitsgrad hat dabei der Technologiepark Herzogenrath auf dem Gelände der ehemaligen Steinkohlengrube Laurweg im Stadtteil Kohlscheid erlangt. Auf dem Gelände des Technologieparks finden sich neben diversen kleinen und häufiger wechselnden Gründerfirmen auch ein Werk der Firma AIXTRON, Weltmarktführer für Maschinen zur Chipherstellung, und ein Forschungszentrum des Telekommunikationsausrüsters Ericsson. Ebenso ist dort das Unternehmen CEROBEAR ansässig, weltweit führender Hersteller von keramischen Walzlagern, die zum Beispiel in den Turbopumpen des Haupttriebwerks des Space Shuttles verwendet werden.

 

An der Grenze zur niederländischen Nachbarstadt Kerkrade liegt das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum Eurode-Business-Center.

Herzogenrath ist ein Eisenbahnknotenpunkt:

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Die Stadt liegt an der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Bahn und gehört dem Aachener Verkehrsverbund an. Am Bahnhof in Herzogenrath zweigt die Strecke der euregiobahn Richtung Heerlen über Landgraaf ab. Außerdem wurde seit Dezember 2004 die Strecke nach Alsdorf mit den Haltepunkten Herzogenrath-Alt-Merkstein und Herzogenrath August-Schmidt-Platz wiedereröffnet. Im Dezember 2005 wurde der Betrieb auf dieser Strecke nach Alsdorf-Annapark verlängert.

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Auf der Strecke nach Mönchengladbach fahren die Rhein-Niers-Bahn nach Duisburg über Krefeld und der Wupper-Express nach Dortmund über Düsseldorf, Wuppertal und Hagen.

Der Bahnhof verfügt über mehrere Bushaltestellen und ein P+R-Parkhaus.

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Im Jahr 1902 wurde eine Straßenbahnstrecke von Aachen bis Kohlscheid eröffnet, welche in mehrere Abschnitten über Herzogenrath bis Merkstein verlängert wurde. Der Endpunkt Merkstein wurde 1910 erreicht. Bis 1912 und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie kurz danach wurden mit der Straßenbahn auch Kohlentransporte durchgeführt.

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In den Jahren 1957 bis 1960 wurde diese Linie – ebenfalls abschnittsweise – stillgelegt. Seitdem wird der Nahverkehr vollständig mit Bussen betrieben. Zur gegenwärtigen Lage des Busnetzes im Kreis Aachen siehe den Artikel Aachener Verkehrsverbund. Seit 2004 gibt es die Euregiobahn, die zwei Haltepunkte in Merkstein wieder bedient und 2005 bis Alsdorf verlängert wurde. Die Bahn soll in den nächsten Jahren noch über Mariadorf, Merzbrück bis nach Stolberg weitergeführt werden.

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Durch das Stadtgebiet führt weder eine Autobahn noch eine Bundesstraße. Jedoch ist Herzogenrath durch Zubringerstraßen an das Autobahnnetz angeschlossen. Die nächstgelegenen Anschlussstellen sind für den südlichen Bereich der Stadt die Anschlussstelle Aachen-Laurensberg der A 4, für den mittleren Bereich die Anschlussstelle Broichweiden der A 44 und für den nördlichen Bereich die Anschlussstelle Alsdorf der A 44.

 

Die Stadt Herzogenrath pflegt Städtepartnerschaften mit:
* Plérin, Arrondissement Saint-Brieuc (Frankreich)
* Bistritz (Rumänien), seit Sommer 2005
* Kerkrade (Niederlande), mit der Herzogenrath eine symbolische „Europastadt“, „Eurode“ genannt, bildet.

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Herzogenrath besitzt eine Reihe von Bildungsanstalten, darunter neun Grundschulen, wobei die meisten eine Nachmittagsbetreuung anbieten, oder Ganztagesschulen sind. Weiterhin gibt es eine Gesamtschule in Merkstein, sowohl eine Haupt-, als auch Realschule in Kohlscheid und ein Gymnasium in Herzogenrath Mitte.

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Auf dem selben Gelände wie das Gymnasium befindet sich auch das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. Herzogenrath verfügt über eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, die Roda-Schule.

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Eine „Käthe-Kollwitz“-Förderschule (v.a. Leseförderung) ist auch in Herzogenrath angesiedelt. Darüber hinaus bietet die Volkshochschule Herzogenrath ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm für Erwachsene u.a. mit Sprachkursen (z.B. Niederländisch) an.

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Herzogenrath besteht aus den drei Ortsteilen Herzogenrath, Merkstein und Kohlscheid:

Stadt Herzogenrath: * Straß * Kohlberg * Gasse * Hegge(n) * Pesch * Maubach * Beckenberg * Afden * Niederbardenberg * Ruif * Noppenberg * Bierstraß * Thiergarten (auch Merkstein) * Dahlen

 

Ehemalige Gemeinde Merkstein * Streiffeld * Neumerbern * Nordstern * Magerau * Ritzerfeld * Thiergarten (auch Herzogenrath) * Alt-Merkstein * Worm * Wildnis * Nivelstein * Finkenrath * Rimburg * Hofstadt * Herbach * Ophoven * Plitschard * Floes / Floss * Noppenberg * Schleypenhof

 

ehemalige Gemeinde Pannesheide, ab 1908 Kohlscheid: * Pannesheide * Schützenheide * Schweyerhof * Roland * Spidell * Kessels * Klinkheide * Vorscheid * Bank * Rumpen * Dornkaul * Berensberg * Hasenwald * Mitteluersfeld * Pley * Kircheich * Forensberg * Neu-Forensberg * Feld

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Urkundlich erwähnt wird Herzogenrath erstmalig im Jahre 1104, nämlich die Burgsiedlung der Grafen von Saffenberg „Castrensis Viculus“. Später geht die Burg Rode an die Herzöge von Limburg und wird schließlich 1282 unter dem Namen „'s Hertogenrode“, sinngemäß „des Herzogs Rodung“, urkundlich belegt. Die Stadtrechte (einschließlich des Münzrechts) erhielt der Ort durch den Kaiser Rudolf von Habsburg im selben Jahr.

 

Im Jahre 1283 rückte das brabantische Heer unter Winnemar von Gijmenich gegen Herzogenrath vor. Durch die Belagerung herrschte in der Bevölkerung Hungersnot. Bei einer Inspektion wurde der Anführer des gegnerischen Heeres durch eine Heldentat eines unbekannten Herzogenrather Armbrustschützen getötet.

 

Durch den Schock im Heer über den Verlust des Heerführers zogen sich die Ritter zurück. Noch heute wird der Held als „Schütz von Rode“ gefeiert. Zwischen 1730 und 1780 war die „Bande“ der Bockreiter in Herzogenrath und Umgebung aktiv. Auf dem Wiener Kongress (1814–1815) wurde das Land Rode aufgeteilt. Das heutige Herzogenrath wurde Preußen zugeschlagen, die andere Hälfte ging an die Vereinigten Niederlande und wurde zur Gemeinde Kerkrade.

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Dabei verlor Herzogenrath die Stadtrechte, die ihr erst wieder 1919 verliehen wurden. Anlässlich der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurde Herzogenrath 1972 um die ehemaligen Gemeinden Kohlscheid im Süden und Merkstein im Norden erweitert und wuchs über Nacht von 9.000 auf 39.000 Einwohner.

 

Diese Eingemeindung war nicht unumstritten, und es wurden Alternativnamen wie „Komerath“ (= Kohlscheid + Merkstein + Herzogenrath) vorgeschlagen. Trotz stetigen Wachstums um ca. 10.000 Einwohner sind bis heute die drei Teile noch nicht vollständig zusammengewachsen, obschon seit den 1970ern neue Wohngebiete bevorzugt zwischen den alten Kerngemeinden entstanden.

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Im Wurmtal südwestlich von Herzogenrath befand sich der älteste für Mitteleuropa dokumentierte Steinkohlenbergbau, von dem die Aufzeichnungen des im Nachbarort Kerkrade gelegenen Klosters Rolduc (annales rodensis) erstmals im Jahre 1113 berichten. Jahrhunderte währender Bergbau und die Bergbaugeschichte haben den Nordkreis Aachen und damit auch die Stadt Herzogenrath geprägt.

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Die markante Haldenlandschaft ist dafür zum weithin sichtbaren Wahrzeichen geworden. Allerdings hatte der Kernort Herzogenrath kaum Anteil am Bergbau. Dieser prägte vielmehr die Ortsteile wie Kohlscheid, Kohlberg, Merkstein, Kämpchen und Pannesheide, wo sich die Bergwerke befanden. Außerdem lassen sich im Wurmtal zwischen Kohlscheid/Straß und Bardenberg/Pley noch sehr viele Spuren des Bergbaus entdecken.

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Der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) förderte von 1899 bis 1972 auf der Grube Adolf in Merkstein mit bis zu 2.700 Beschäftigten 37,5 Mio. Tonnen Kohle. Danach wurden die oberirdischen Anlagen abgerissen, bis nur noch das Fördermaschinenhaus als letztes Gebäude übrig blieb. Überlassenschaft des Bergbaus ist die mit Hilfe einer Lorenbahn aufgeschüttete Abraumhalde.

 

Nach Rekultivierung von Zeche und Halde durch gezielte Anpflanzungen in den 1970er Jahren war das Gelände über Jahrzehnte sich selbst überlassen. Die Natur hat sich hier urwüchsig entwickelt und eine wilde Schönheit entfaltet. Die Lebensräume sind außergewöhnlich vielfältig: Wald, Gebüsche, trockene Ödlandflächen, feuchte Senken und kleinere Stillgewässer wechseln sich ab.

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In den Jahren 1998–1999 wurde das gesamte Areal vom EBV mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union als Landschaftspark umgestaltet.

Der „Grube-Adolf-Park Merkstein“ umfasst zirka 60 Hektar und besteht aus dem ehemaligen Zechenstandort, von dem nur noch das Fördermaschinenhaus übrig geblieben ist (Besucherzentrum des Parks), der zirka 100 m aufragenden Abraumhalde und einem zirka 1 km langen Waldgürtel.

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Weitere Steinkohlenbergwerke auf Herzogenrather Gebiet waren die Grube Nordstern zwischen Merkstein und Alsdorf-Busch, die Gruben Laurweg, Langenberg und Kämpchen in Kohlscheid sowie die Grube Voccart in Straß. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es an den Hängen des Wurmtals zahlreiche kleinere Gewerke (Schächte, Pingen, Stollen etc.).

Davon sind nicht alle namentlich bekannt. Eine Vielzahl an Schächten wurde im Bereich von Straß/Kohlberg/Pannesheide angelegt. Bis zum Säkularisierung durch Napoleon kontrollierte das nahe gelegene Kloster Rolduc den dortigen Bergbau.

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Mindestens ein Dutzend seigere Schächte sowie eine Reihe von Erbstollen, die das Grubenwasser zur Wurm ableiteten, solange es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, existierten allein rund um den „Kohlberg“ bei Straß/Pannesheide/Kohlscheid in diesem Bereich.

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Das angrenzende Wurmtal ist zum Spazieren und Fahrradfahren hervorragend geeignet. Dieses Gebiet umfasst einen ca. 3 Kilometer (nur der Herzogenrather Teil des Wurmtales) langen Abschnitt des Flachlandflusses Wurm, welcher zwischen Herzogenrath und Übach-Palenberg die Staatsgrenze zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen bildet.

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Die bis zu 8 Meter breite Wurm mäandriert zunächst in teilweise weit ausholenden Bögen durch eine vorwiegend mit Silberweiden, Erlen, Eschen, Weidensträuchern und Hochstaudenfluren dicht bewachsene Aue. Gleit- und teilweise mehrere Meter hohe Prallhänge, sandig-schottrige und teils auch lehmige Mäanderinseln und durch natürliche Laufverlagerungen als Altwasser und Altarme abgeschnürte ehemalige Flussabschnitte kennzeichnen das renaturierte Fließgewässer.

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Früher als Feuchtgrünland genutzte Flächen sind inzwischen zum Teil der Sukzession überlassen und verbuschen mit Feuchtgehölzen. In höher gelegenen Bereichen stockt ein vor allem aus Eichen und Birken zusammengesetzter Laubwald. Die letzten ca. 400 Meter der Wurm innerhalb des Gebietes sind ausgebaut. Auf Herzogenrather Seite befinden sich in der Aue ferner einige Kleingewässer, die auf einen Quellhorizont hinweisen, welcher sich auch auf niederländischer Seite und in den Tälern der westlichen Wurmzuflüsse (Dentgenbach, Strijthagerbeek Anselderbeek/Amstelbach) fortsetzt, sowie zwei als Angelteiche genutzte Stillgewässer.

Die Wurm (niederl. Worm) ist ein 53 Kilometer langer Nebenfluss der Rur in der Euregio Maas-Rhein. Sie ist namensgebend für das ehemalige Wurmrevier, welches einen Teil des Aachener Steinkohlenreviers ausmachte.

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Die Wurm entspringt dem Quellhorizont am Fuße des Duisbergkopfes, einem der südlich von Aachen liegenden Gipfel des Aachener Waldes, nahe der B 57 bei Steinebrück (Diepenbenden) und fließt in Richtung Norden ins Aachener Becken. Von ihren Quellen auf ca. 260–280 m ü. NN verläuft die Wurm mit einer durchschnittlichen Durchflussmenge von 1,4 m³/s hinunter zur Rur, in die sie nach 53 km nördlich von Heinsberg bei Kempen auf einer Höhe von nurmehr 32 m über NN mündet. Ihre Wassertiefe liegt dort bei etwa 1 m und ihre Breite bei etwa 8 m. Das oberirdische Einzugsgebiet beträgt rund 354 km². Zuständig für die Wurm ist der Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

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Die Wurm entspringt am Nordabhang des südlich von Aachen gelegenen Aachener Waldes auf Aachener Stadtgebiet bei Steinebrück (Diepenbenden) und fließt in Richtung Norden, hinab ins Aachener Becken. Der Aachener Wald ist eine Höhenstufe im Übergangsbereich von der Norddeutschen Tiefebene (Kölner Bucht) zum Rheinischen Schiefergebirge (Eifel).

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Am Südhang des Aachener Waldes, der Teil einer Wasserscheide ist, entspringende Gewässer fließen via Göhl zur Maas. Dagegen mündet die Wurm in die Rur, diese dann bei Rormond in die Maas. Mithin wäre das Wurmtal, wenn man es physisch-geographisch bzw. hydrographisch exakt formulieren möchte, sicherlich eher ein Teil des Maaslandes als des Rheinlandes.

Im heutigen Stadtgebiet von Aachen sind über 20 Thermalwasserquellen mit einer Austritttemperatur von über 50 °C bekannt, in Burtscheid bis zu 74 °C. In alten Karten werden hinter Burtscheid ein kalter und ein warmer Bach erwähnt, die sich vereinigen. Eine quellnahe Nutzung der heißen Aachener und Burtscheider Thermalquellen ist ohne die Zumischung kalten Wassers aufgrund der hohen Temperaturen des Thermalwassers nicht erstrebenswert. Eine Beimischung kühleren Quellwassers, das aus dem Stadtwald kommend an Burtscheid vorbei fließt, milderte in früherer Zeit die Temperatur des Thermalwassers, so dass es zum Baden (Kurbäder) taugte.

Viel bedeutender war das kalte Wurmwasser jedoch für die früher äußerst wichtige Aachener und Burtscheider Tuchfabrikation, welche viel und vor allem weiches Wasser benötigte, welches nur den Bächen entnommen werden konnte, während das Thermalwasser aufgrund seines hohen Gehalts an Mineralen und Carbonaten zu hart war. Demzufolge existieren im Stadtarchiv Aachen auch viele historische Dokumente, in denen die Wassergerechtsame an der Wurm (und anderen Bächen) geregelt wurden, wobei die Tuchfabrikanten den Löwenanteil übernahmen.

Noch im Bereich des Aachener Beckens nimmt die Wurm die Mehrzahl der anderen Aachener Bäche auf, darunter den Beverbach, Gillesbach, Kupferbach, Prediger Bach, Goldbach und Paubach (alle südlich und östlich des Aachener Stadtzentrums einmündend) sowie den Wildbach, Kannengießerbach, Johannisbach sowie den aus Norden (Würselen) kommenden (im Norden) auf. Damit ist die Wurm der Vorfluter des Aachener Beckens und der natürliche Ablauf der im Aachener Becken zusammenlaufenden kalten und warmen Bäche.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Wurm unter Aachen kanalisiert. Im heutigen Aachener Stadtgebiet befinden sich nur noch nahe der Quelle und südlich des Ortsteils Haaren, etwa ab dem Europaplatz, Teile der Wurm an der Erdoberfläche. Im übrigen verläuft der Bach von Burtscheid kommend, wo er bereits unterirdisch verläuft, etwa entlang von Bachstraße, Brabantstraße, Kongressstraße, Aretzstraße, Talstraße zum Europaplatz.

Nördlich des Europaplatzes tritt die Wurm wieder zutage, passiert Gut Kalkofen, Haaren und die Soers, um dort das Wurmtal zu erreichen. Das Wurmtal ist ein Kerbsohlental, das sich mit teils sehr steilen Hängen in die nördlich Aachen gelegenen Gebiete einschneidet. In diesem Bereich zeigt die Wurm viele Mäander insbesondere im Wurmtal zwischen Würselen und Herzogenrath.

Auf dem Gebiet der Städte Würselen und Herzogenrath liegt zu beiden Seiten der Wurm das auch als Naherholungsgebiet genutzte Naturschutzgebiet Wurmtal. Südlich der Stadt Herzogenrath ist es ca. 445 Hektar groß und wird in weiten Teilen von frei schwingenden Flussmäandern der Wurm in der offenen, vielfach landwirtschaftlich genutzten Talaue geprägt. Bereits 1989 wurde das Wurmtal als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Naturschutzgebiet Wurmtal nördlich von Herzogenrath ist nur etwa 19 Hektar groß. Die Wurm fließt dort als unverbauter Tieflandfluss in einem Silberweiden-Aubruchwald. Dort sind auch entsprechende Hinweistafeln (Naturlehrpfad) mit vielen Informationen zur Wurm und der von ihr beeinflussten Naturlandschaft zu entdecken.

Der unverbaute Talraum der Wurm ist teilweise nur wenige hundert Meter breit, und die Bebauung der Siedlungen reicht oftmals bis unmittelbar an die häufig bewaldeten Hänge heran. Die Wurm mit ihren krautreichen Uferlinien weist durch viele Steiluferabbrüche und Anlandungen einen ökologisch bedeutsamen Strukturreichtum auf. Überhängende Abbruchkanten und breite, mit Kies und Geröll überdeckte Anlandungen kennzeichnen den Verlauf der Wurm.

Wegen der von den Kies- und Sandanlandungen der Wurm geprägten kleinräumigen Ökosysteme wirkt das Gewässer besonders anziehend auf bestimmte, teils seltene Vogelarten wie z. B. den Flussuferläufer, den Waldwasserläufer, die Bekassine sowie den Wasserpieper. In den Uferabbruchkanten der Wurm findet auch der seltene Eisvogel, der als Brutvogel im Wurmtal und im Amstelbachtal vorkommt, ideale Nistmöglichkeiten. Als stark gegliederter Naturraum hebt sich das Wurmtal deutlich von der umgebenden, ausgeräumten Bördelandschaft mit hoher Siedlungsdichte ab und ist deshalb von überregionaler Bedeutung für Durchzügler und überwinternde Vögel sowie als Lebensraum für eine Vielzahl teils seltener, teils bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Per Beschluss der nordrhein-westfälischen Landesregierung wurde das Wurmtal von Herzogenrath an flussaufwärts im Juni 1998 und flussabwärts von Herzogenrath im Jahr 2000 der Kommission der Europäischen Union als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet gemeldet. Dadurch werden die Naturlandschaft und die darin enthaltenen kleinräumigen Ökosysteme geschützt.

Flussabwärts bzw. nördlich von Herzogenrath öffnet sich das Wurmtal allmählich, die Talhänge werden zunehmend flacher und der Höhenunterschied zum Umland nimmt deutlich ab.

Die Wurm verlässt zwischen Herzogenrath und Übach-Palenberg als Grenzfluss vorübergehend deutsches Hoheitsgebiet. Bei Rimburg endet dieses „Intermezzo“ und die Wurm fließt weiter an Marienberg und Frelenberg vorbei nach Geilenkirchen. Anschließend passiert sie Randerath und erreicht schließlich bald darauf das Rurtal sowie das Stadtgebiet von Heinsberg. Hinter dem Ortsteil Kempen mündet die Wurm schließlich nach etwa 53 Kilometern in die Rur.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Herzogenrath aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Dem Artikel Wurm (Fluss) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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