Alsdorf - Informationen - Unternehmen
| Einwohner: 46.087 |
Fläche: 31,66 km² |
Postleitzahl: 52477 |
Kennzeichen: AC |
Die Stadt Alsdorf ist eine mittlere kreisangehörige Stadt und ein Mittelzentrum im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen. Bis Ende des 20. Jahrhunderts war Alsdorf eine ausgesprochene Bergbaustadt, konnte seine Struktur aber inzwischen auf Dienstleistungsunternehmen ändern und verfügt über eine große Stadthalle, ein Kinozentrum, ein Bergbaumuseum und einen Tierpark.

Alsdorf liegt in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland/Belgien/Niederlande im äußersten Westen der Bundesrepublik Deutschland. Nachbargemeinden sind, im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend, Baesweiler, Aldenhoven, Eschweiler, Würselen, Herzogenrath und Übach-Palenberg. Alsdorf gehört zum Nordkreis Aachen.

Gewässer: Begauer Fließ * Broicher Bach * Hoengener Fließ * Merzbach * Schaufenberger Fließ * Siefengraben * Euchener Bach
Die erste geschichtliche Erwähnung fand der Ortsname Alsdorf im Jahre 1191 in einer kirchlichen Urkunde unter dem Namen „alstorp“.

Bis 1789 gehörte Alsdorf zum Herzogtum Limburg der Österreichischen Niederlande. Die heutigen östlichen Stadtteile Hoengen, Schaufenberg und Warden gehörten zum Oberamt Jülich und Ofden zum jülicher Amt Wilhelmstein. Diese Teilung setzte sich bei den Franzosen fort: 1813 gehörte die Mairie Alsdorf zum Kanton Rolduc im Département Meuse inferieure (Untere Maas), während die drei Mairien Hoengen, Bardenberg (mit Duffesheide und Reifeld) und Broich (mit Ofden und Hof Kellersberg) zum Kanton Eschweiler und die Mairie Setterich (mit Bettendorf und Schaufenberg) zum Kanton Linnich - beide Département de la Roer (Rur) gehörten.

1818 wurden in Preußen Kreise und Regierungsbezirke gebildet, und das heutige Alsdorfer Gebiet lag zum ersten Mal vollständig in einer Verwaltungseinheit: dem Regierungsbezirk Aachen. Aber die heutigen Stadtteile waren auf verschiedene Bürgermeistereien und Kreise verteilt. Bettendorf und Schaufenberg gehörten zur Bürgermeisterei Setterich, dann zu Siersdorf, dann wieder zu Setterich im Kreis Jülich. Die übrigen gehörten zu verschiedenen Gemeinden im Kreis Aachen: Alsdorf, Bardenberg, Broichweiden und Hoengen. Von 1927 bis in die 1950er Jahre gehört Alsdorf zum Arbeitsamtbezirk Eschweiler.

In Alsdorf befand sich die Grube Anna des Eschweiler Bergwerks-Vereins. Am 21. Oktober 1930 ereignete sich ein schweres Grubenunglück mit 271 Toten. Die Kohleförderung wurde Ende 1983 eingestellt.
Von 1968 bis 1970 fanden in Alsdorf Prozesssitzungen zum Contergan-Skandal statt.

1972 wurden auf Grund von § 4 des Aachen-Gesetzes Alsdorf, Bettendorf und Hoengen zur neuen Stadt Alsdorf zusammengeschlossen sowie weitere kleinere Gebietsänderungen vorgenommen. Hoengen schlug im Vorfeld den alternativen Namen "Broichtal" für die neue Stadt vor. Ferner kam Hoengen vom Bereich des Amtsgericht Eschweiler an das Amtsgericht Aachen.

Alsdorf besteht aus folgenden 16 Ortsteilen: * Alsdorf-Mitte * Begau * Bettendorf * Blumenrath * Broicher Siedlung * Busch * Duffesheide * Hoengen * Kellersberg * Mariadorf * Neuweiler * Ofden * Schaufenberg * Siedlung Ost * Warden * Zopp
Die Stadt Alsdorf pflegt Städtepartnerschaften mit: * Hennigsdorf (Brandenburg) * Saint-Brieuc (Frankreich) * Brunssum (Niederlande)

Sehenswürdigkeiten
Alsdorf (Stadtmitte):
* Burg Alsdorf Burg Alsdorf
* Burg Alsdorf
* Anna-Park mit

o Bergbaumuseum
o Fördermaschinenhaus
o Förderturm des ehemaligen Hauptschachtes der Grube Anna 1
o Wasserturm der ehemaligen Grube Anna 2

* Heggeströfer am Denkmalplatz
* Langhaus
* Stadthalle Alsdorf (ehemals Euro-Musical-Hall, in der die Musicals Gaudí und Just one World liefen)
* Tierpark Alsdorf Weiher
* Wasserturm am CineTower Alsdorf

Blumenrath:
* Blumenrather Kreuz
* Europahauptschule Johann Heinrich Pestalozzi
* Siedlung Blumenrath (Werkssiedlung)

Kellersberg:
* Kellersberger Mühle
* Wappenstein mit der Jahreszahl 1724 in der Tormauer des Kellersberger Hofs (stammt von dem abgebrannten Schloss Kellersberg)

Mariadorf:
* ehemaliger Bahnhof Mariagrube
* Kirche St. Mariae Empfängnis
* Realschule Marienschule
* Europahauptschule J.H. Pestalozzi
* Kreuzschule Querstraße

* Glück-Auf-Park mit Bergmannsdenkmal
* Ehrenmal
* Krähendenkmal Marienstraße
* Seilscheibe Eschweilerstraße
* Bärbelchen am Dreieck
* Altes Rathaus
* Bushof
* Broicher Mühle

Lange Zeit war Steinkohlebergbau der Kern der Alsdorfer Wirtschaft. Die letzte Zeche wurde in den 1990er Jahren geschlossen. Daneben entstanden Firmen, die entweder die Nähe zur RWTH Aachen nutzten, oder den günstigen Standort nahe der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden als Vorteil sahen.

Größter Arbeitgeber am Ort ist die Cinram GmbH mit etwa 1200 Mitarbeitern im Ortsteil Schaufenberg. Im Spritzgussverfahren werden hier täglich bis zu 2 Millionen CDs und DVDs hergestellt, verpackt und an namhafte Kunden hauptsächlich in Europa ausgeliefert. Das 1975 von Warner Music gegründete Presswerk wurde im Jahre 2003 von der kanadischen Aktiengesellschaft Cinram International übernommen. Es beliefert u. a. namhafte Plattenfirmen und Medienkonzerne wie Warner Music, Warner Home Video, Twentieth Century Fox und MGM.

Zur Zeit gibt es Überlegungen der RWTH , im Annapark Standorte einzurichten, ebenso sollen Hotelkapazitäten für Tagungen und Kongresse geschaffen, bzw. erweitert werden.
Es besteht eine direkte Anbindung an die Bundesautobahnen A 44 (AS "Alsdorf") und A 4/ E40 (AS "Eschweiler-West").

Alsdorf gehört zum Stammgebiet „Herzogenrath / Alsdorf / Würselen“ im Aachener Verkehrsverbund AVV und ist per Bus mit allen Nachbarorten verbunden. Haupthaltestellen sind „Alsdorf-Annapark“ und „Mariadorf Dreieck“. Seit dem 11. Dezember 2005 ist Alsdorf wieder über die Eisenbahn zu erreichen: Über die Euregiobahn-Haltepunkte „Alsdorf-Annapark“ und Alsdorf-Busch ist Alsdorf mit Merkstein, Herzogenrath und Aachen verbunden. Die nächsten DB-Bahnhöfe sind „Eschweiler Hbf“ an der Strecke Köln-Düren-Aachen und „Herzogenrath“ an der Strecke Aachen-Geilenkirchen-Mönchengladbach. Siehe auch: Ringbahn Herzogenrath-Alsdorf-Stolberg.

Rhein-Main-Flughafen: Die Euregiobahn ermöglicht eine Verbindung vom Annapark zum Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt. In Aachen-HBF besteht Anschluss an den ICE-international Brüssel - Frankfurt am Main.

In Alsdorf sind sämtliche Schularten vertreten. Es gibt ein Gymnasium, zwei Realschulen, eine Gesamtschule, zwei Hauptschulen, eine Schule für Lernbehinderte, zehn Grundschulen sowie eine Berufsbildende Schule. Die Europa-Hauptschule im Stadtteil Blumenrath, früher GHS-Johann-Heinrich-Pestalozzi, beteiligt sich am Comenius-Programm der Europäischen Union.

In diesen Projekt, das von Schülern der Schulen bearbeitet wird, wird eine Partnerschaft mit der Europa-Hauptschule im österreichischen Leoben und einer Schule aus dem schwedischen Karlskoga aufgebaut. Die Schule in Blumenrath hat 400 bis 500 Schüler.

Es gibt 20 Kindergärten bzw. Kindertagesstätten, bei über der Hälfte ist die Kirche der Träger.
In Kooperation mit der Stadt Baesweiler betreibt Alsdorf eine Volkshochschule. Es wird angestrebt diese Kooperation auf die Städte Herzogenrath und Würselen auszuweiten.

Alsdorf verfügt über eine Psychiatrische Tagesklinik. Die nächsten Krankenhäuser sind das Medizinische Zentrum Kreis Aachen in Würselen und Bardenberg und das St.-Antonius-Hospital Eschweiler.
Die Burg Alsdorf ist eine bedeutende Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert in der Stadtmitte von Alsdorf im Kreis Aachen.

Vom ursprünglichen Bauwerk sind noch der Süd- und der Westflügel der dunkelroten Hauptburg und die Remise mit Gefängniszellen erhalten. Am südlichen Ausgang des Burgparks steht der Rest der alten Pfarrkirche, die 1894 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Im Park befindet sich auch die Familiengruft der Alsdorfer Burgherren. An jener Stelle stand seit mindestens 1295 eine Kapelle. Seit 1935 ist die Stadt Alsdorf Eigentümerin der Burg.

Urkundlich belegbar ist ein Gottfried von Lovenberg von 1150, dessen Nachkommen über sieben Generationen bis 1405 die "Herren von Alstorff" sind. Es folgt das Geschlecht "von Hoemen". Die Familie "von Harff" herrschte dann ab 1478 für fast zwei Jahrhunderte. Um 1650 folgte für acht Generationen die Familie "von Blanckart" bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Den Haupteingang ziert heute noch das Heiratswappen von Alexander Freiherr von Blanckart und seiner Gemahlin Maria Florentina von Wachtendonk-Germenseel mit der Jahreszahl 1723, als der größte Umbau der Anlage stattfand.

Die Grube Anna war ein Steinkohlebergwerk des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV) in Alsdorf im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen im so genannten Aachener Revier.
Die erste Steinkohle wurde dort 1854 gefördert. 1865 übernahm der EBV die Grube, welche in späteren Jahren die wichtigste Grube des Aachener Reviers werden sollte. Westlich der Schachtanlage Anna entstand die Schachtanlage Anna II. Später wurden beide Anlagen zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt und unterirdisch auch mit den benachbarten Gruben verbunden.

Am 21. Oktober 1930 kam es auf Anna zum schwersten Unglück in der Bergbaugeschichte im Aachener Revier und zum zweitschwersten Unglück in der deutschen Bergbaugeschichte. Eine Gasexplosion ereignete sich im Bereich des Eduardschachtes (Anna II), welche so heftig war, dass der Förderturm am Schachtausgang umstürzte und in ein umliegendes Gebäude fiel. Die Katastrophe forderte 304 zum Teil schwer Verletzte, 270 Bergleute und eine Frau wurden getötet.

Zeitweise befand sich auf Grube Anna die größte Kokerei Westeuropas.
Am 31. Dezember 1983 wurde die eigenständige Kohleförderung auf Anna eingestellt. Die Grubenbaue wurden an die Grube Emil Mayrisch in Siersdorf angeschlossen, Anna diente nur noch als Fahr- und Wetterschacht. Die Kokerei erhielt ihre Kohle ab diesem Zeitpunkt aus Siersdorf.

Bei den Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahnfreunden (DHEF) in der Nähe von Bremen ist seit 2001 die ehemalige Werklok Anna 4 in Betrieb. Sie befördert dort die Museumsbahnzüge auf der Strecke zwischen Harpstedt und Delemhorst.

Kurz vor der Schließung auch dieser Grube, mit der der Bergbau im eigentlichen Aachener Revier beendet wurde (bis 1997 förderte noch die Grube Sophia Jacoba in Hückelhoven, weit nördlich des eigentlichen Aachener Reviers), wurde im Herbst 1992 die Kokerei stillgelegt und abgerissen. In den folgenden Jahren wurde das Zechengelände in neue Geschäfts-, Wohn- und Industriegebiete umgewandelt. An die Alsdorfer Bergbaugeschichte erinnern nurmehr die Bergehalden, ein als Denkmal stehengelassener Förderturm und einige Betriebsgebäude.

In diesen hat unter anderem ein Bergbaumuseum seinen Sitz. Auf einem großen Teil des ehemaligen Grubengeländes befinden sich mittlerweile Wohnungen und ein kleineres Einkaufszentrum. Dass der Annapark auch für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung interessant ist, zeigen Überlegungen der RWTH-Aachen (größter Arbeitgeber der Städteregion Aachen), hier zukünftig Standorte einzurichten.

Alsdorf-Annapark ist seit Dezember 2005 der Endhaltepunkt der Euregiobahn aus Richtung Herzogenrath. Der Bahnhof ist eingleisig, barrierefrei und ausgestattet mit gläsernenen Wartehäuschen, Fahrkartenautomaten, Blindenleitsystem, sanitärer Anlage. Am Haltepunkt kommen alle Alsdorfer Buslinien zusammen, welche den bisherigen Rendezvouspunkt Alsdorf-Denkmalplatz bedienten. Ein Weiterbau bzw. Wiederaufbau der Strecke bis Stolberg in mehreren Bauabschnitten soll bis 2010 realisiert werden.

Neben Alsdorf-Busch ist er der zweite Bahnhof, der in Alsdorf betriebsbereit ist. Fertiggestellt wurden bis zum 30. März 2008 ein zweites Gleis. Direktverbindung ohne Umsteigen bestehen nach Herzogenrath, einmaliges Umsteigen für Reisen nach Paris-Nord, Brüssel-Midi, Köln und Frankfurt am Main in Aachen Hbf, nach London-St Pancras ist ein zweites Umsteigen in Brüssel erforderlich.

Der Eschweiler Bergwerksverein (EBV), (anderer Name: Anonyme Gesellschaft Eschweiler Bergwerksverein) mit Sitz in Aldenhoven (bis 1913 Eschweiler-Pumpe, bis Februar 2008 Herzogenrath-Kohlscheid) hat als führendes Bergbauunternehmen des Aachener Steinkohlenreviers die Region Aachen im 19. und 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt.

Heute konzentriert sich der EBV vor allem auf Immobilienaktivitäten und ist als Gesellschaft mit beschränkter Haftung ein Tochterunternehmen der EVONIK Immobilien mit derzeit rund 9000 Wohneinheiten und somit führender Immobiliendienstleister in der Aachen-Eschweiler Bergbauregion.

Am 2. August 1834 wird in Eschweiler ein Vertrag über die Gründung einer Aktiengesellschaft, des Eschweiler Bergwerks-Vereins, geschlossen. Unterzeichnet wird der Notarvertrag - zu dieser Zeit sicher noch nicht so selbstverständlich - von einer Frau: Christine Englerth, der es mit Geschick und Umsicht gelang, den Bergbaubesitz ihrer Familie ungeteilt zu erhalten und auszubauen.

Mit ihrem Tod am 4. Mai 1838 wurde die Gründung des Eschweiler Bergwerks-Verein vollzogen; dadurch entstand die erste preußische Bergbau-Aktiengesellschaft. Erster Betriebsdirektor von 1838 bis 1847 war Johann Heinrich Graeser.

Der EBV betrieb ursprünglich im "Eschweiler Kohlberg" im Inderevier Steinkohlebergbau. Ab 1863 wurden die Aktivitäten der Gesellschaft durch den Kauf der (Grube Anna) in Alsdorf auch auf das Wurmrevier ausgeweitet. Im Jahre 1907 übernahm der Eschweiler Bergwerksverein die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau im Wurmrevier, die zweite große Bergbaugesellschaft des Aachener Reviers. Durch die Fusion gewann der EBV neue Gruben in Alsdorf-Mariadorf und Würselen hinzu. Während sich der EBV bis 1907 ausschließlich auf den Markt für Industriekohlen spezialisiert hatte, förderten alle jetzt hinzugekommenen Zechen hauptsächlich Hausbrandkohlen.

Die letzte Zeche, die der EBV im Aachener Revier neu eröffnete, war die Grube Emil Mayrisch in Aldenhoven-Siersdorf (Bauzeit: 1938-1952). Die Grube trägt den Namen des technischen Generaldirektors des luxemburgischen Stahlkonzerns (ARBED) (Aciéries réunies de Burbach Eich Dudelange). Die ARBED war seit 1913 über einen Interessenvertrag eng mit dem EBV verbunden. Seit Mitte der 1920er Jahre hielt sie über 90 % des Aktienkapitals des Aachener Unternehmens. Die ARBED sicherte sich durch die Verbindung eine eigene Kokskohlenbasis und verpflichtete sich im Gegenzug notwendige Investitionen des EBV mitzufinanzieren.

Diese Interessengemeinschaft hielt über 75 Jahre bis 1989 und erlosch erst im Zuge der Übernahme des EBV durch die Ruhrkohle AG. Siehe auch Eschweiler-Aue. Da seit Mitte der 1960er Jahre die Kokskohlenvorräte im Aachener Revier langsam knapp wurden, expandierte der EBV auch ins Ruhrgebiet. So kaufte er die Zeche Erin und die Zeche Graf Schwerin, beide in Castrop-Rauxel, sowie die Zeche Westfalen in Ahlen und die Zeche Lothringen in Bochum.

Entsprechend der Verlagerung des Kohleabbaus vom Inderevier zum Wurmrevier wurde 1913 die Hauptverwaltung (Zentralbüro) des EBV von Eschweiler-Pumpe nach Kohlscheid verlegt. In dem frei werdenden Gebäude in Eschweiler - im Volksmund "Bergamt" genannt - wird die Verwaltung der EBV-Eisenhüttenabteilung bis 1986 untergebracht.

Zum EBV gehörten zeitweise auch die Röhren- und Stahlwerke in Eschweiler-Aue und Aachen-Rothe Erde. Das Stahlwerk Rothe Erde wurde 1926 stillgelegt, da die ARBED ihre Stahlwerke in Luxemburg konzentrieren wollte. Das Stahlwerk in Aue wurde bereits früher geschlossen, da es gegenüber den Hüttenwerken des Ruhrgebiets nicht konkurrenzfähig war. Die Röhrenwerke in Aue existieren bis heute als eigenständige Gesellschaft.

Mit der „Eschweilerstraße“ in Hürth wurde Bezug auf das ehemalige Fabrikgelände der „Ribbert-Werke“ genommen, da der EBV 1920 die Brikett- und Tonröhrenfabrik dieser Werke übernahm. Die Ribbertwerke, nach deren Gründer Moritz Wilhelm Ribbert in Hürth bereits eine Straße benannt ist, waren der erste und lange Zeit größte Hürther Industriebetrieb. 1928 wurden sie vom EBV an die Roddergrube verkauft und 1944 durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.

Schloss Kellersberg ist ein ehemaliges Schloss beim heutigen Stadtteil Kellersberg der Stadt Alsdorf im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen. Es stand am heutigen, südlichen Ortsausgang von Kellersberg östlich der Straße Richtung Ofden und Euchen im Tal des Broicher Baches. Dort befinden sich heute der Kellersberger Hof und das Forsthaus Kellersberg.

Die Anlage war eine in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute vierflügelige Wasserburg aus Backstein. Sie besaß zwei vorspringende, quadratische Ecktürme, die von schiefergedeckten Hauben mit einer Laterne bekrönt waren.

Das langgestreckte Herrenhaus bildete den westlichen Flügel. Es besaß zwei Geschosse und war durch große, in Haustein gefasste Fenster in zwölf Achsen unterteilt. Der Torbau der Anlage besaß sowohl nach außen als auch zur Hofseite Staffelgiebel. Auch eine Schlosskapelle ist urkundlich belegt.

1338 wird das „adelige Haus und Gut Kellersberg” erstmalig erwähnt. 1439 befindet sich der „Hof Kellersberg” im Besitz des Wilhelmsteiner Ritters Heinrich von Droeten, 1603 dann im Besitz von Johann von Gronsfeld-Nivelstein, dessen Geschlecht bis Ende des 18. Jahrhunderts Besitzer bleibt. 1867 geht die „Burg Kellersberg” bzw. das „Schloss Kellersberg” in den Besitz der Familie von Blanckart über.

1897 brennt das Schloss vollständig nieder und wird nicht wieder aufgebaut, woraufhin der Baron von Blanckart seinen Wohnsitz nach Effeld bei Heinsberg verlegt. Der Eschweiler Bergwerksverein EBV erwirbt das Gelände und errichtet ab 1906 dort die heutige Werksiedlung Kellersberg.

Erhalten blieb ein alter Wappenstein mit der Jahreszahl 1724. Er ist in die Tormauer des Kellersberger Hofs eingelassen.
Der Bahnhof Mariagrube war ein zu Mariadorf gehöriger Bahnhof zwischen den Alsdorfer Stadtteilen Mariadorf und Ost im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen. Er lag am nördlichen Ortsausgang von Mariadorf an der Eisenbahnstreckenunterführung unter der Eschweiler Straße, von welcher ein kleiner Weg zum Bahnhofsgebäude führt.
Bis zur Stilllegung war der Bahnhof der bedeutendste Unterwegsbahnhof der Bahnstrecke Aachen-Nord–Jülich. Er ist nicht zu verwechseln mit dem an der Ringbahn Herzogenrath–Alsdorf–Stolberg gelegenen Bahnhof Mariadorf. Der Name kommt von der EBV-Grube Maria.
Ein Euregiobahn-Haltepunkt Alsdorf-Mariadorf ist für Ende 2010 geplant.
Im Winter 1873/1874 begann die Aachener Industriebahn Actiengesellschaft mit dem Bau der Strecke Aachen Nord–Hoengen und der Bahnhof wurde 1875 in der Nähe des Hauptschachts der Grube Maria errichtet. Am 26. September 1875 ging das Teilstück Würselen–Hoengen und am 31. Dezember 1875 das Teilstück Aachen Nord–Würselen in Betrieb.
Die Stichstrecke Mariagrube–Siersdorf–Emil-Mayrisch wurde 1996, nach der Stilllegung des Kraftwerks in Siersdorf, eingestellt.
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